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Lebensweisheiten / Worldly Wisdoms


Profitez des faveurs de la fortune lorsque ses caprices sont pour vous; craignez qu'elle ne change de dépit: elle est femme!
Napoléon Bonaparte

Je mesurais mes rêveries au compas de mon raisonnement.
Napoléon Bonaparte

[...] da freute ich mich wie ein Kind; alt nur darin, daß ich zugleich mich auch darüber freute, mich noch so freuen zu können.
Adalbert von Chamisso in Reise um die Welt, S. 116

[Wer] den festen und beständigen Willen hat, seine Vernunft, so gut er vermag, immer richtig anzuwenden, und all das, was er als das Beste erkannt hat, auszuführen, der ist wahrhaft weise, soweit er es seiner Natur nach sein kann, und damit allein ist er auch gerecht, tapfer, maßvoll und besitzt alle übrigen Tugenden.
René Descartes in Principes de la Philosophie, AT IX, 2; S. 22

C'est l'indécision et l'anarchie dans les moteurs, qui amènent l'anarchie et la faiblesse dans les résultats.
Napoléon Bonaparte, cité par Emmanuel de Las Cases

Wahrhaftig, lasst die anderen nur ihre Kompendien repetieren, wir studieren unterdes in dem großen Bilderbuche, das der liebe Gott uns draußen aufgeschlagen hat!
Aus Joseph von Eichendorffs Aus dem Leben eines Taugenichts, S. 107

Die Liebe - darüber sind nun alle Gelehrten einig - ist eine der couragiösesten Eigenschaften des menschlichen Herzens, die Bastionen von Rang und Stand schmettert sie mit einem Feuerblicke darnieder, die Welt ist ihr zu eng und die Ewigkeit zu kurz. Ja, sie ist eigentlich ein Poetenmantel, der den jeder Phantast einmal in der kalten Welt umnimmt, um nach Arkadien auszuwandern.
Aus Joseph von Eichendorffs Aus dem Leben eines Taugenichts, S. 120

Truth does not change, only our awareness of it.
Attallah Shabazz in her foreword to the Autobiography of Malcolm X, her father

[...] anytime you find someone more successful than you are, especially when you're both engaged in the same business - you know they're doing something that you aren't.
Malcolm X in his autobiography, p. 21

When the ego's frantic struggle is relaxed, the basic energy of the individual can shine through as wisdom.
Tsultrim Allione

Die wichtigsten Grenzen im Leben, sind diejenigen, die man durch Liebe, Respekt, Achtung und Demut dem Leben, den Menschen und der Natur gegenüber akzeptiert.
Nicolas-Christoph von Kospoth

Es ist eine unumstößliche Wahrheit, daß man niemals zu alt ist, um zu lernen. Schämen sollte sich das Alter welches sich nicht mehr bessern kann. Nicht die Reife der Jahre, sondern die des Charakters muß man preisen.
Ambrosium, Bischof von Mailand im seinem 18. Brief an Valentinian II, um 380 n.Chr.

Leben zu lernen, dazu gehört das ganze Leben, und, was du vielleicht noch wunderbarer finden wirst, sein Leben lang muss man sterben lernen.
Seneca in Von der Kürze des Lebens, S. 25f

Niemand läßt sich gern wieder auf die Vergangenheit ein, außer dem, der alle seine Handlungen der strengsten und nie sich täuschenden Selbstprüfung unterwarf.
Seneca in Von der Kürze des Lebens, S. 37

Mit oikeiôsis (= Selbstaneignung) meinen die Stoiker ein Verhältnis der vernünftigen Selbstaffirmation, das ansatzweise in jedem Menschen vorhanden sein soll, aber vollentwickelt das wahre Strebensziel jedes Menschen ausmacht. [...] Wenn ein Mensch diesen Prozess [Selbsterhaltung und Selbstbejahung] korrekt durchläuft, bildet er sukzessive einen stabilen, vernünftigen Habitus heraus, nämlich die Tugend, die zur vollständigen "Übereinstimmung mit der Natur" führen soll.
Prof. Christoph Horn in einem Nachwort zu Senecas Von der Kürze des Lebens

Überall und jederzeit ist es in deiner Macht, in deiner gegenwärtigen Lage gottgegebene Zufriedenheit zu beweisen, gegen deine Mitmenschen Gerechtigkeit walten zu lassen und deinen augenblicklichen Vorstellungskreis sorgfältig zu prüfen, damit sich nichts unbegreifliches einschleiche.
Marc Aurel in Selbstbetrachtungen, 7,54

Il n'y a que deux puissances dans le monde, le sabre et l'esprit. A la longue, le sabre est toujours battu par l'esprit.
Napoléon Bonaparte

To be happy in old age it is necessary that we accustom ourselves to objects that can accompany the mind all the way through life, and that we take the rest good in their day. The mere man of pleasure is miserable in old age; and the mere drudge in business is but little better: whereas, natural philosophy, mathematical and mechanical science, are a continued source of tranquil pleasure, and in spite of the gloomy dogmas of priests and of superstition, the study of those things is the study of the true theology; it teaches man to know and to admire the Greater, for the principles of science are in the creation, and are unchangeable, and of divine origin.
Thomas Paine in The Age of Reason Part II, Chapter I (p.128)

Halt' mer's aus, sin' mer g'sund, halt' mer's net aus, geh'mer z'grund.
Ein Chauffeur in Der kleine Grenzverkehr von Erich Kästner, S. 51

Gut und Großherzig ist der, der mit dem Auge alles erträgt und mit dem Herzen alles fühlt.
D'Artagnan im Film D'Artagnans Tochter

Töricht erscheint mir jener Mensch und wirklich sonderbar, der nicht versucht, sein ganzes Leben lang mehr zu verstehen und zu wissen, und der niemals das ewige Leben sucht, das alle Fragen beantwortet.
Alfred der Große (847/849 - 899 n.Chr.)

Ein Wolf ist einer ganzen Herde Schafe zu viel.
Götz in Goethes Götz von Berlichingen, 3. Akt, s. 112, Z. 12

Ein braver Reuter und ein rechter Regen mangeln nie eines Pfads.
Georg in Goethes Götz von Berlichingen, 3. Akt, s. 142, Z. 11

Calamitosus est animus futuri anxius. (Unglücklich der Geist, der um künftiges bangt.)
Seneca, Epist., 98

Nun siehe, das Leben der Alten ward zur Richtschnur für die Späteren, auf daß der Mensch die Geschichte sehe, die anderen zuteil geworden sind, und sie sich zur Warnung dienen lasse, auf daß er die Geschichte der vergangenen Völker und was ihnen widerfahren ist, betrachte und sich im Zaune halte.
Einleitende Worte aus den Erzählungen aus den Tausendundein Nächten

Denn jede Zucht und Kunst beginnt zu früh, wo die Natur des Menschen noch nicht reif geworden ist. Vollendete Natur muss in dem Menschenkinde leben, eh es in die Schule geht, damit das Bild der Kindheit ihm die Rückkehr zeige aus der Schule zu vollendeter Natur.
Friedrich Hölderlin in Hyperion, S. 87f

Erst Empfindung, dann Gedanken, Erst ins Weite, dann zu Schranken; Aus dem Wilden, hold und mild Zeigt sich dir das wahre Bild.
3. Strophe des Gedichts Rhein und Main von Johann Wolfgang von Goethe

Die Tugend ist maßvoll und bescheiden, sie läßt sich gern belehren und fürchtet darum nicht, geringer zu werden, wenn sie unterrichtet wird. Wenn wir uns voller Eifer überstürzen und, da wir alles schon zu wissen wähnen, nicht lernen wollen, ist es da ein Wunder, wenn uns in vielen Dingen die Wahrheit verborgen bleibt?
Friedrich Spee in Cautio Criminalis, 1. Frage. Editio Secunda; Hrsg. v. Johannes Gronaeus

For it is better to drink a wholesome draught of truth from a humble vessel, than poison mixed with honey from a golden goblet.
Nennius in History of Brittonum, Prologue, 1.

Nach vergeblichen Bemühungen, etwas Besseres zu leisten, glaube ich, es so, wie es ist, vorlegen zu müssen, überzeugt, dass es von Wichtigkeit ist, die öffentliche Aufmerksamkeit auf diesen Gegenstand zu lenken, und dass, sollten sich auch meine Gedanken als falsch herausstellen, ich doch meine Zeit nicht völlig verloren habe, wenn auf meine Veranlassung hin bei anderen richtige rege werden.
Eine schöne Formulierung von Jean-Jacques Rousseau in seiner Vorrede zu Émile oder Über die Erziehung

Nature prevails over all other rules.
Simón Bolívar in his letter to Joaquín de Olmedo, dated July 12th, 1825

Menschen, seid menschlich, das ist eure erste Pflicht; seid es gegen alle Stände, gegen alle Lebensalter, gegen alles, was der menschlichen Natur eigen ist. Kennt ihr noch eine Weisheit außer der Humanität?
Jean-Jacques Rousseau in Émile, S. 101

Nur wer in der eigenen erschütterten Seele eine Zeit durchleben muß, die mit Krieg, Gewalt und tyrannischen Ideologien dem Einzelnen das Leben und innerhalb seines Lebens wieder die kostbarste Substanz, die individuelle Freiheit, bedroht, weiß, wieviel Mut, wieviel Ehrlichkeit und Entschlossenheit vonnöten ist, in solchen Zeiten der Herdentollheit seinem innersten Ich treu zu bleiben, und daß keine Sache auf Erden schwerer und problematischer wird als innerhalb einer Massenkatastrophe geistige und moralische Unabhängigkeit unbefleckt zu bewahren. Erst wenn man selbst an der Vernunft, an der Würde der Menschheit gezweifelt und verzweifelt hat, vermag man es als Tat zu rühmen, wenn ein Einzelner inmitten eines Weltchaos sich vorbildlich aufrecht erhält.
Stefan Zweig in Montaigne, S. 5

Die zeitlichen Geschehnisse sind machtlos über dich, sofern du verweigerst, an ihnen teilzunehmen, der Wahnsinn der Zeit [ist] keine wirkliche Not, solange du selbst deine Klarheit behältst. Und selbst die schlimmsten deiner Erlebnisse, die scheinbaren Erniedrigungen, die Schläge des Schicksals, du fühlst sie nur, solange du schwach vor ihnen wirst, denn wer ist es als du selbst, der ihnen Wert und Schwere, der ihnen Lust und Schmerz zuteilt? Nichts kann dein Ich erheben und erniedrigen als du selbst - selbst der schwerste Druck von außen hebt [der] leicht auf, der innerlich fest und frei bleibt.
Stefan Zweig in Montaigne, S. 17

Nur Dummköpfe bewundern ausnahmslos alles, was berühmte Autoren schreiben. Ich lese nur für mich und schätze nur das, was mir dienlich ist.
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Ignorant readers are apt to judge a writer by his reputation. For my part, I read only to please myself. I like nothing but what makes for my purpose.
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Les sots admirent tout dans un auteur estimé. Je ne lis que pour moi : je n’aime que ce qui est à mon usage.
Signor Pococurante in Voltaires Candide,(DE: S. 153, Lehmann (Übrs.), 1973; EN: Smollett (trans.), 1759; FR: p. 203, Garnier (trad.), 1877)

The day the child realizes that all adults are imperfect, he becomes an adolescent; the day he forgives them, he becomes an adult; the day he forgives himself, he becomes wise.
Alden Nowlan

Wer aber die Unzufriedenheit als Unruhe in sich bewahrt, wird sich selber ständig falsch. Er muß in Masken leben, und die Masken wechseln nach der Situation und nach den Menschen, mit denen er umgeht. Er spricht durchweg im "als ob", und gewinnt sich selber nicht, weil er in allen Masken am Ende nicht weiß, wer er eigentlich ist.
Karl Jaspers in Vom Ursprung und Ziel der Geschichte, 2. Teil, 2 II, S. 98

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